Rundreise Indonesien

Krank auf Reisen – Indonesisches Street Food not so yummy

Krank im Urlaub

Word & Travel and Backpacking ruft zur Blogparade auf und zwar mit einem Thema, das wohl jeder Reisende kennt und fürchtet:

Zum Glück blieb ich meist vor ernsten Reisekrankheiten verschont…bis zu meinem Indonesien-Trip!

Indonesien
Markt auf Java. Das Gemüse sieht auf jeden Fall frisch aus

Cook it, boil it, peel it or forget it – ach ja!?

Dieses Reisegesetz hat bei mir nicht funktioniert. Indonesisches Street-Food sei dank. Auf unserer Tour in Java futterte ich mich durch diverse indonsische Gerichte wie Bami Goreng oder das leckere Nasi Campur mit reichlich Kecap Manis. Und mein robuster Magen macht normalerweise brav alles mit.

…bis zu jenem verhängnisvollen Tag auf der Fahrt zwischen Yogyakarta und Malang

Beim Besuch eines Indoor-Marktes hatte ich bereits einen flauen Magen. Übertriebene Hygiene darf man auf asiatischen Märkten nicht erwarten. Trotzdem war es mir an diesem Tag zuviel. Die Wände vollgespritzt mit Schmutz und der Boden übersät mit Speiseresten und anderem Zeugs. Meine dünnen, weissen Sandalen auf diesem schmuddeligen Boden machte mich nervös. Ihr wisst ja, Hygiene ist mir auch auf Reisen wichtig…

Hätt ich nicht essen sollen…

Trotzdem, aus irgendeinem Grund, den ich heute nicht mehr nachvollziehen kann, hab ich etwas gegessen. Vom Street-Food-Stand direkt vor den Toren des Marktes. Die Speisen waren gekocht, klar. Aber niemand weiss, wie lange sie dort schon in der Hitze vor sich hin gammelten – und somit Zeit hatten, langsam zu verderben.

indonesien
von genau diesem Stand hab ich was gegessen…

Geplagte Reisende

Schon wenige Stunden nach dem Verzehr des Hühnchen(?)-Foods meldete sich mein Magen. Natürlich waren wir da noch längst nicht im Hotel. Genau in diesen Momenten bringen mich die hygienischen Zustände in Südostasien an meine Grenzen. Feuchte Toiletten-Tücher waren meine Rettung, denn auf Java gibts Toilettenpapier anscheinend nur in westlichen Hotels. Man muss mit einem Kessel Wasser neben dem Plumsklo vorlieb nehmen. Nicht gerade förderlich, wenn man krank ist…

Unsere Reiseapotheke war nach 2 Tagen aufgebraucht. Aber meine Beschwerden noch da. Habe ich eine Lebensmittelvergiftung? Hilfe! Ich habe doch keine Zeit, krank zu sein!

Toll, ein Highlight auf Bali verpasst!

Gerade sind wir auf Bali angekommen und ich möchte mir den wunderschönen See-Tempel Pura Ulun Danu Bratan ansehen. Auf der kurvenreichen Fahrt ging plötzlich gar nichts mehr. Alles drehte sich, mir wurde heiss und kalt zugleich. Ich bat den Fahrer anzuhalten und legte mich einfach am Strassendrand hin. Mir war in diesem Moment alles egal. Nach 1 Liter Wasser und ca. 2 Stunden dösen, konnte ich mich wieder aufraffen. Den Tempelbesuch musste ich leider abblasen. Noch heute bin ich traurig, wenn ich dran denke, dass ich diesen schönen Tempel verpasst habe…

Medikamenten-Blindflug

Zurück in Legian besorgte ich mir in der Apotheke Medis gegen Magenbeschwerden. Ich habe keine Ahnung, was mir die Dame da für Pillen verabreicht hatte. Mir wars egal und hab die weissen Tabletten geschluckt. Gewirkt haben sie….Am nächsten Tag konnte ich den geplanten Ausflug zu den grünen Jatiluwih-Reisterassen antreten.

Leider war der Virus noch nicht ganz besiegt. Auch eine Woche nach der Rückkehr in die Schweiz gings mir noch schlecht. Dank einem Besuch beim Hausarzt und „guten schweizer Medikamenten“ bekam ich das Problem schliesslich doch noch in den Griff.

Tipps

Natürlich lieben wir alle Asia-Street-Food. Aber leider lauern Lebensmittel-Vergiftungen, auch bei gekochten Speisen. Für die Einheimischen mag es kein Problem sein, aber wir Europäer sind die hygienischen Zustände einfach nicht gewohnt. Ich kann euch nur den Tipp gehen, bei einem schlechten Gefühl nichts zu essen.

Die Reiseapotheke kann nie voll genug sein! Immer genügend Medikamente dabei haben, denn die Suche nach verlässlichen Medis kann in Afrika oder Asien zur Zerreisprobe und sogar gefährlich werden. Medikamente werden in „Apotheken“ meist „offen“ ausgegeben. Beispielsweise Aspirin-Tabletten bekam ich als einzelne Blister ohne Verpackung ausgehändigt. Das heisst, man kann als Kunde gar nicht kontrollieren, ob die Pillen nicht schon längst abgelaufen sind.

Grundsätzlich ist es für mich als Vielreisende ein Muss, eine Auslands-Krankenversicherung abgeschlossen zu haben. Auch der Rücktransport für schlimmere Zwischenfälle sollte inbegriffen sein.

Unbedingt ein Nachweis-Dokument bei der Krankenkasse verlangen, dass die Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse bestätigt (natürlich in Englisch). Das Dokument zusammen mit dem KK-Kärtli immer bei sich tragen. Vor allem für Reisen in die USA ist das sehr wichtig.

Und wenn nicht unbedingt nötig, sich niemals in ein Krankenhaus einliefern lassen. Nicht nur wegen der Hygiene sondern auch wegen den horrenden Kosten, die man im dümmsten Fall gleich vor Ort zahlen muss. Es kann sein, dass ausländische Reisende in einigen Ländern wegen Bagatellen in Krankenhäusern „festgehalten“ werden. Nein danke…




3 Gedanken zu “Krank auf Reisen – Indonesisches Street Food not so yummy

  1. Hallo,
    hui, der Stand sieht echt schon gefährlich aus! Du Arme!
    Ich habe es mir zur Regel gemacht, nur an einem Stand zu essen, an dem frisch gekocht wird. Als wir in Chiang Mai wohnten, war direkt gegenüber unserer Wohnung eine Küche, in der für solche Stände gekocht wurde. Abends haben in den Töpfen Katzen geschlafen, morgens wurde gekocht. Hab ich aber auch erst nach ner Lebensmittelvergiftung in Thailand gelernt 😉
    Liebe Grüße,
    Anne

  2. Hallo Swisstravelgirl,
    vielen Dank für die Teilnahme an meiner Blogparade!
    Das muss ja wirklich schlimm gewesen sein. Allein die Fotos sprechen schon Bände. Ich kann mir auch richtig vorstellen, wie dir auf der Fahrt zum Tempel alles egal war und du dich nur noch hinlegen wolltest. Das sind wirklich Erlebnisse, die man keinem Reisenden wünscht.
    Danke auch für die tollen Tipps zur Vorbeugung! 🙂
    LG Johanna

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