Pho Vietnam

Vietnamesisches Street Food in Bern

Pop-up Restaurant „Brother Frank“

Vietnam in der Schweizer Hauptstadt

Vom 4. Februar – 23. April 2016 fand im Bollwerk in Bern ein temporäres Erlebnisgastronomie-Projekt statt. Es handelt sich um eine Restaurant-Idee von Sternekoch Markus Arnold und Geschäftspartner Tom Weingart. Im November 2015 machten sich die beiden Jungunternehmer auf nach Vietnam, um in der quirligen Metropole Hanoi die Schätze der vietnamesischen Küche zu probieren.

Da mein Partner ein waschechter Vietnamese ist, konnten wir uns diesen Event natürlich nicht entgehen lassen. Wir sind sehr gespannt, ob das Food-Angebot wirklich authentisch Vietnamesisch ist.

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Das Restaurant hat im Vorfeld bereits einen grösseren Medienhype ausgelöst, mit dem Resultat, dass alle Abende ausgebucht sind. Glücklicherweise habe ich frühzeitig reserviert. Phu!
Das beweist mal wieder, dass gut gemachte Erlebnisgastronomie nach wie vor ein riesiger Publikumsmagnet ist und voll ins Schwarze trifft.

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Innendesign

Das Interieur-Design ist echt cool gelungen. Viele kreative Ideen tragen zum schicken Asia-Street-Ambiente bei. Die kleinen Origami-Vögel will ich unbedingt nachfalten und meine Wand zuhause dekorieren. Besonders kreativ ist der Leuchter im Viet-Style, jedoch mit Getränkeharassen und Leuchtschlangen.

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Direkt aus Vietnam wurden Teile der Möbel und des Geschirrs importiert. Stilecht natürlich die Plastik-Stühle, die man in Vietnam an jeder Strassen-Ecke sieht. Super hübsch finde ich die blau-geblümte Tischdecke.

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Die Menukarte ist komplett in vietnamesischer Sprache verfasst ohne deutsche Übersetzung. Die super freundliche junge Serviceangestellte erklärt aber gerne die Gerichte.

Man kann wählen zwischen 2, 3 und 4 Gängen sowie mit Fleisch oder Vegetarisch. Wir haben uns für die Fleischvariante entschieden. Austernsauce, Reisessig, Zucker, Chiliflocken und Sriracha-Sauce stehen auf dem Tisch bereit. Richtig cool sind die „aufschwemmbaren“ Handtücher, die aussehen wie Marshmallows.brother_frank_vietnam_bern (5)

1. Gang: Sommerrolle

Der Vietnam-Klassiker ist natürlich die Sommerrolle („rohe“ Frühlingsrollen) zum Selberfüllen. In den meisten vietnamesischen Familien gibt es eigene Zutaten und Saucenbeilagen. Brother Frank serviert uns Pouletfleisch, Avocado (kennen die Vietnamesen Avocado in ihren Gerichten? Das ist natürlich eher Freestyle), Röstzwiebeln, Erdnüsse, Kimchi (die vietnamesische Küche kennt keinen Kimchi, aber ein ähnlich fermentiertes Blattgemüse). Dazu Gurke, Minze, Sprossen und Koreander. Normalerweise müsste das Wasser zum Einweichen der Reiseblätter lauwarm sein, aber das kalt gereichte Wasser funktionierte genauso. In vielen vietnamesischen Familien werden dazu noch Glasnudeln gereicht. Für ungeübte Schweizer ist das rollen der Reisblätter kein einfaches Unterfangen (im Prinzip wie Fajita-falten). Bei mir sabberte jedenfalls alles raus und ich stopfte schlussendlich die Füllung einfach so in den Mund 🙂

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2. Gang: Pho

Wenn die Europäer ein vietnamesisches Gericht kennen, dass ist es wohl Pho, die Rindsbrühe mit Glasnudeln und Gemüse.

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Die Suppe ist sehr gut gelungen mit kräftigem Beef-Geschmack. Yummy! Die Fleischs-Streifen sind sehr zart geblieben. Nur hätte man noch ein bisschen mehr verschiedenes Gemüse dazufügen können und wir haben die obligate Zitronenscheibe vermisst. Man könnte es als „Reduzierung aufs Wesentliche“ nennen.

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3. Gang: Vietnamesische Beef-Bällchen mit Tomatensauce und Jasminreis und viel grünen Kräutern

Im heissen Pfännchen wir die Sauce serviert. Achtung heiss – der Pfannenstiel sollte nicht mit den Händen berührt werden. Das Gericht ist einfach, aber sehr fein. 2 (leckere!) Fleischbällchen für 2 Personen) waren aber etwas gar wenig. Zum Glück ist der Koriander nicht in die Sauce geschnippelt worden, sondern wurde on top serviert. So konnte ich mein erklärtes Hass-Kraut mit den Fingern wegsortieren.

Ganz grossen Essern sind auf jeden Fall 4 Gänge und ein Dessert zu empfehlen. Für uns reichten die 3 Gänge völlig. Unbedingt den leckeren Zitronengrass-Ice Tea probieren!

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Brother Frank verfügt über einen kleinen Laden, der während der Restaurant-Öffnungszeiten besucht werden kann. Er bietet süsse Asia-Deko, Kochbücher und Bildbände über Vietnam und noch ein bisschen was aus Japan wie die Winkekatze.

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Fazit

Die Organisatoren haben sich vor allem mit dem Dekor selbst übertroffen. Auch wenn die Speisen nicht billig sind (44 Franken für einen 3-Gänger) lohnt es sich auf jeden Fall, einen Abend im Brother Frank zu verbringen. Die Speisen sind sehr frisch und schmackhaft. Da nur Schweizer Köche am Werk sind, ist es problemlos zu verzeihen, dass nicht alles 100% authentisch wie in Vietnam schmeckt (z.B. keine Zitronen zum Pho).

 

Asia Street Food für Zuhause? Dies ist das passende Buch für kulinarische Reisen nach Asien. Ich habe wenige Kochbücher zuhause, aber dieses hier ist ein absolutes Muss. Tolle Fotos mit authentischen Rezepte aus Thailand, Myanmar, Laos, Kambodscha und Vietnam.

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5 Gedanken zu “Vietnamesisches Street Food in Bern

  1. Sieht fast authentisch aus mit den Plastikstühlen. Die sind nur zu groß 🙂

    In Vietnam kannte man lustigerweise den Begriff „Sommerrolle“ nicht. Die kennen auch nur „Springrole“.
    Und Pho ist quasi nur die Suppe, unabhängig vom Fleisch. In Vietnam heißt das immer Pho Bo (Bo=Rind) oder Pho Ga (Ga=Huhn).

  2. Ein bisschen Vietnam mitten in der Schweiz 🙂
    Wie du schon selbst schreibst, ist alles doch noch europäisch interpretiert, sowohl beim Essen als auch bei der einen oder anderen Deko – aber der Grundgedanke ist da!
    Das typisch, vietnamesischste sind tatsächlich die Plastikstühle und die Tischdecke 😀 Hach, wenn ich das so sehe, bekomme ich wirklich Heimweh…

    Finde ich wirklich klasse von dir, dass du davon berichtest!
    Ich wünsche dir noch eine schönen Dienstag und sende dir ganz liebe Grüße zu,
    Rosy ♥

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